Unsere Meinung zur Idee einer “zukünftigen Gebietsreform”
30.10.2011 von Georg Bräutigam
Welche Chancen und Risiken sehen Sie bei einer Gemeindegebietsreform für Arnstadt?
Ziel dieser Reform soll es nach Ansicht bestimmter politischer Kräfte des Landes sein, Verwaltungen effizienter zu gestalten und dabei Kosten der Verwaltung einzusparen. Ein eigentlich positiver Ansatz, wenn die Landesverwaltung vor allem bei fragwürdigen Ausgaben des Landes sparen würde. Das Land macht es sich aber einfach und überweist immer mehr Landesaufgaben an die Städte und Gemeinden, ohne für eine ausreichende Finanzierung zu sorgen. Das nennt man dann sparen! Nach unserer Auffassung muss eine Verwaltung in erster Linie für seine Bürger als Partner zur Klärung und Lösung der anstehenden Aufgaben da sein. Sie muss unbürokratisch und bürgernah dafür sorgen, dass das Wohn- und Arbeitsumfeld, Schulen , Kinderbetreuung in Kindergärten, Krippen und Horten funktioniert . Aber auch der Erhalt einer lebenswerten Stadt, seiner baulichen Substanz und Aufgaben des Straßenverkehrs muss sinnvoll organisiert werden.
Dazu zählen natürlich die weichen Standortfaktoren wie Unterstützung für Sport, Kultur und Sozialvereine, aber auch der Erhalt der Museen, Theater, Tierpark oder Bibliotek. Thüringen ist im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern durch seine kleingliedrige Strukturen auf unterschiedlichen Gebieten geprägt. Das hat den Vorteil, dass sich die Menschen mit Ihrer Region identifizieren sich zB. im Ehrenamt stark engagieren und somit sehr effizient arbeiten. Nun geht man auf Landesebene ja davon aus, dass sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten unsere Bevölkerung stark rückläufig entwickelt und deshalb eine Verwaltungsgebietsreform notwendig wird. Für Arnstadt und seine angrenzende Region muss das bedeuten, dass man bereits im Vorfeld einer zwangsweisen Gemeindegebietsreform sinnvolle, zukunftsfähige Strukturen durchdenkt und ein Zusammengehen auf einer fairen Basis also auf Augenhöhe mit seinen Nachbarn – im Norden Ichtershausen- im Westen mit der Wachsenburggemeinde- im Süden mit Plaue und Gossel und im Osten zumindes mit Teilen der Wipratalgemeinde abstimmt und hier auch den deutlichen Wählerwillen dokumentiert. Wenn eine zukünftige Stadt Arnstadt plus Umland dieses Aussehen hätte, wäre sie auch für unsere Kinder und Enkel lebenswert und mit großer Wahrscheinlichkeit würden zukünftig mehr Menschen hier wohnen als wegziehen. Als für die Region äußerst negativ sehen wir einen Zusammenschluss der Gemeinde Ichtershausen mit der Wachsenburggemeinde an. Es besteht nach unserer Auffassung die große Gefahr, dass die vielleicht neue Großgemeinde Ichtershausen-Wachsenburgemeinde in nicht allzuferner Zukunft Bestand oder besser Ortsteil unserer Landeshauptstadt wird. Was wird dann aus unseren liebgewordenen, aber auch nötigen und für ein Leben in unserer Heimatstadt wichtigen sogenannten weichen Standortfaktoren? Unser Gebiet und dann Kommune mit seinem Mittelzentrum Arnstadt hat alles zu bieten, was das menschliche Leben von der Geburt bis zum Alter benötigt- im Norden das größte Industriegebiet Thüringens mit Lehrstellen und Arbeitsplätzen, im Süden Tourismus und ein Umfeld für hochwertiges Wohnen, im Osten und Westen gut ausgebaute Wohngebiete mit ländlichem Flair und dazu 4 Autobahnauf- und Abfahrten in der Mitte des Autobahnkeuzes und in der Mitte von Thüringen. Auch die älteste Gemeinde Thüringens kann sich auf vielfältige Art mit einbringen mit einer riesigen Tradition und Historie (Bach, Marlitt, Alexis, Bechstein usw.) einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur mit den Ilmkreiskliniken, Ärzten, Kindergärten, Schulen, Berufsschulen, FH Kunst , phantastischen Kirchen, Hallenbad, Museen, Tierpark und denkmalgeschützten Objekten, einer liebenswerten Innenstadt, aber auch sinnvollen Sportanlagen und Sportstätten und Gaststätten, Hotellandschaft sowie einer Stadthalle für Veranstaltungen unterschiedlichster Art. Leider sehen wir einen großen Teil der eben genannten, positiven Faktoren bei einer Politik, die nicht über den Tellerrand hinwegschaut, oder in reinen Aktionismus verfällt, mehr als gefährdet. Wir denken, alle Politiker und unsere die Bürger unserer liebenswerten Heimatstadt sollten für die Region und damit für die Zukunft Ihrer Familien handeln.


